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2016-08-25 bis 2016-08-27 Mont Blanc Überschreitung

verfasst von franz_f, martina_s am 19.07.2016

Hochtour Mont Blanc Überschreitung!

Nach mehrmaliger Terminverschiebung und ausgiebiger Tourenplanung starteten Luis, Gerald und Bärbel am 25.August um 3:30 Uhr von Simmerberg nach Chamonix. Der Wetterbericht versprach nun endlich ein stabiles Wetterfenster auf das wir schon lange gewartet haben.
Endlich nach 5 1/2 Stunden in Les Houches (1010m) angekommen fuhren wir mit der Gondel Bellevue auf 1794m und weiter mit der Zahnradbahn bis auf 2380m.
Nun hieß es mit schwerem Rucksack und dicken Schuhen zu Fuß weiter Richtung Refuge de Tète Rousse 3187m. Die warmen Temperaturen lockten zu einem Einkehrschwung auf der ersten Hütte. Fast gleichzeitig landete der Rettungshubschrauber um einen Bergsteiger abzuholen. Das Grand Couloir ist berühmt und gefürchtet wegen massiven Steinschlag.
Frisch gestärkt starteten wir um 14:15 Uhr zum Hüttenaufstieg Refuge du Goùter. Wir hatten Glück und konnten das Couloir ohne Steinschlag durchsteigen. Die letzten Meter zur Hütte im Schnee waren durch ein Seilgeländer gesichert. Knapp 1500hm waren nun geschafft! Es war sehr spannend, die Lagerplätze auf der Hütte waren wie immer ausgebucht. Noch war es ungewiss ob und wo wir diese Nacht schlafen würden. Der Hüttenwirt meinte es trotzdem gut mit uns und gab uns wenigstens eine Suppe und etwas zu trinken. Nach kurzer Nacht im Schuhraum bzw. Treppenhaus starteten wir um 1 Uhr morgens mit Stirnlampe Richtung Gipfel.
Es war mild und windstill, der Mond und die Sterne begleiteten uns. Trotz guter Spur war die Wegfindung im Dunkeln nicht immer ganz einfach, aber Luis kannte die Route ganz genau. Der Blick auf die Lichterketten von Chamonix war gigantisch.
Immer mehr spürten wir die zunehmende Höhe und gingen mit gemäßigtem Tempo mehr, mal weniger steil bergauf, zum Dome du Goùter, vorbei an Refuge Vallot(4362m), hier stießen wir auf einige Bergsteiger die im Freien übernachteten, weiter über eine große Spalte mit Steilaufschwung und schließlich über den ausgesetzten Bossesgrat zum Gipfel. Es war ein sehr emotionaler Moment um 6 Uhr morgens auf dem höchsten Berg der Alpen zu stehen. Es war kalt aber immer noch windstill. Überglücklich warteten wir auf die ersten Sonnenstrahlen, die sich links vom Matterhorn um 6:30 Uhr zeigten. Wir konnten uns nicht satt sehen, unser Blick schweifte immer wieder vom Berner Oberland über das Wallis zu den italienischen Alpen. Ein Gipfel zum Genießen mit viel Zeit für Fotos und Brotzeit.
Nachdem die Verhältnisse bestens waren entschieden wir uns für die ?Überschreitung?. Nordostseitig steil bergab, und gleich wieder steil bergauf über den Bergschrund vom M. Maudit zur 60m Abseilstelle, sodann querten wir unter den steilen Westflanken von Mont Maudit und M. Blanc du Tacul durch. Riesige Spaltenzonen und Seracs erwarteten uns, von denen man nie sicher weiß wann wieder ein Teil abbricht. Hoch konzentriert und diszipliniert gingen wir in unserer Dreierseilschaft durch dieses gewaltige Gletscherlabyrinth mit dem Bewusstsein von Spaltensturz- und Mitreißgefahr. Nach drei Gegenanstiegen und insgesamt 1800hm erreichten wir um 15 Uhr erleichtert die Bergstation der Aiguille du Midi Bahn. (3842m).
Überwältigt und mit einem Funkeln in den Augen blickten wir zurück zum Gipfel und unserer Abstiegsroute.
Um 16 Uhr fuhren wir mit der Gondel ins Tal (Chamonix) und mit dem Bus zurück zum Auto nach Les Houches.
Wir genossen den Abend, flanierten durch Chamonix und feierten unseren Gipfel und zugleich 25maliges Montblanc Jubiläum von Luis.
Erst am nächsten Morgen fuhren wir entspannt zurück ins Allgäu.
Eine Traumtour zum höchsten Gipfel der Alpen war zu Ende.

Vielen Dank Luis, schee wars!

Bärbel


         

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