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2021-10-08 "Tessin"

verfasst von franz_f am 06.06.2021

DSC00900_P1000652 (2) Wanderung: Capanna Barone zur Capanna Tomeo
Tourenführer: Luis Sinz
Teilnehmer: Roswitha Sinz, Teresa Sinz, Birke Steinbach, Klaus Weiss

Vom 08. bis 10.10.2021 ging es mit Luis mal wieder ins Tessin. Geplant war über die Capanna Barone zur Capanna Tomeo zu gehen, und auf diesem Weg den ein- oder anderen Gipfel je nach Wetterlage mitzunehmen.
Früh morgens um 4:30 fuhren wir von Weiler nach Sonogno. Das Wetter war sonnig und die Temperatur angenehmen. Ungefähr um 14:00 erreichten wir die Hütte Barone (2167m). Nach kurzer Kaffepause, folgten wir dem Drängen vom Luis, da wir noch dem Pizzo Barone aufs Haupt steigen wollten. Über die ersten Schneefelder, ab ungefähr 2600m, erreichten wir bei weiterhin bestem Wetter den Gipfel des Pizzo Barone (2864m). Fast 2000 Höhenmeter hatten wir überwunden und waren nun auch froh den Endpunkt des Aufsteigens erreicht zu haben. Die Rundumsicht war gigantisch. Trotz der diesigen Sicht lies sich erahnen, welche Gipfel sich hinter dem Schleier verbergen wollten.

Am nächsten Tag war die Capanna Tomeo das Ziel. Hochnebel empfing uns um 8:15 Uhr beim Austritt aus der Hütte, mit der noch wagen Hoffnung das dieser sich eventuell noch auflösen würde. Von der Barone ging es zur gerade noch sichtbare Bocchetta della Campala (2322m), und von dieser weiter aufwärts zu einer Jochhöhe von ungefähr 2500m. Aufgrund von dem nordseitig ausgerichtetem Gelände, mussten beim Steigen die vereinzelten mit einer leichten glasigen Eisschicht überzogene Tritte mit Vorsicht genommen werden. Eiszapfen wiesen auf die Schwierigkeiten hin. Auf der anderen Seite des Joches ging es in südlicher Richtung bis auf 2160m hinab in das Tal Ganne di Larecc. Der gleichnamigen Fluss Ri di Larecc wurde nach einer Rast überschritten, und der Weg führte uns hinauf in eine Scharte wieder auf 2500m. Im weiterhin uns begleitendem Nebel, ging es auf der anderen Seite auf einem sehr steil abfallenden Steig zu unserem nächsten Etappenziel der Weggabelung (2140m) von den Wegen zum Passo di Redorta oder zum Bassa di Partus. Der letzterer stellte unsere weitere Wegstrecke dar, da von diesem Pass der Abstieg zur Tomeo-Hütte erfolgt. Nach einem weiteren Abstieg von dieser Weggabelung auf 1984m hinab und einem Wiederanstieg auf Passhöhe vom Bassa di Partus auf 2156m, ging es dann nur noch bergab, an der verfallene Alpe Corte Piatto (2050m) vorbei, zur sehnlichst erwarteten Capanna Tomeo (1739m).

Der nächste Tag, Sonntag der 10.10., war erfreulicher Weise wieder ein sonniger Tag mit Wolken losem blauen Himmel. Unser nächstes Ziel war die Überschreitung des Monte Zucchero über einen nordseitigen Aufstieg zum Gipfel, dann der Abstieg über den Südgrat, und der weitere Abstieg nach Sonogno, unserem Ausgangsort. Um 8:00 Uhr machten wir uns auf den Weg.
In einem weiten Bogen über die verfallene Alpe Corte Piatto (2050m) ging es über grosse Steinblöcke, und griffige Platten zu einer großen breiten Geröllrinne, deren Scheitelhöhe auf 2540m liegt und erreicht werden musste, um den Übergang in die Nordseite des Monte Zucchero und den weiteren Aufstieg über eine nordseitige Rinne zu seinem Gipfel zu finden.
Nach einer Rast in dieser Scharte, querten wird das nordseitige Geröllfeld auf gleichbleibender Höhenlinie bis wir wieder auf vereinzelte Steinmänner und rote Markierungen trafen, welche uns den Weg nach oben in einer Rinne zum Gipfel wiesen. Auch bei dieser leichten Kletterei war wieder Vorsicht geboten, da je höher man stieg die Tritte und Griffe mit einem hartgefrorenem Schneebelag überzogen waren. Mit der umsichtigen Hilfe vom Luis erreichten wir den Grataufschwung und konnten auf dem nun folgendem Steig ohne weitere Schwierigkeiten den Gipfel (2735m) erreichen. 4 ½ Stunden haben wir von der Tomeo-Hütte für die 1000m Höhenmeter benötigt. Auf dem Gipfel keine einzige Wolke am Himmel. Die Sicht war unendlich bis an den Horizont. Man hatte den Eindruck, dass fast alle hohen Gipfel der Schweiz sichtbar waren. Nach der Gipfelbrotzeit traten wir den Rückweg über den Südgrat in die Bocchetta di Mügaia (2518m) an, und weiter in das sichtbar weitentfernte, 1800 Höhenmeter tiefer liegende Sonogno, welches wir ungefähr um 17:00 erreichten.
In einer dem Luis bekannten Pizzeria nach Lavertezzo beendeten wir in aufgeräumter Stimmung, bei bester Speise die Tour.
Nochmals vielen Dank für die sehr ereignisreiche und spannende Tour unserem Tourenführer Luis.

Von: Klaus Weiss


                 
               
               
         

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