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2017-06-23 Bergtour auf den Triglav (Slowenien)

verfasst von franz_f, martina_s, uli_r am 20.11.2016

2-Triglav Überschreitung des Triglav 2.864 m in Slowenien vom 07. bis 10.Juli 2017 mit Luis

Der Triglav ("Dreikopf") ist der höchste Gipfel Sloweniens. Imposant ist seine Nordwand über dem Vratatal. Sie ist mit einer Breite von 3 km und einer Höhe von 1.500 m bis zum Gipfel eine der höchsten Wände der Ostalpen. Besagtes Vratatal war unser Ausgangspunkt.

Vom Wurzenpass kommend erreichten wir (Luis, Klaus, Bärbel, Marion und Angelika) Nachmittags Mojstrana, welches unweit der bekannten Wintersportorte Planica und Kranjska Gora liegt. Von dort aus ging es noch ca. 10 km bis zum Talende vor der Alpenvereinshütte Aljazev Dom (1.002 m).
Da diese Hütte beliebtester Ausgangspunkt für Bergtouren auf den Triglav ist und zudem nur vor Ort gebucht werden kann, waren wir schon darauf vorbereitet, eine Nacht im Freien zu verbringen. Glücklicherweise kamen wir jedoch problemlos unter. Zur Kaffeezeit ließen wir es uns noch bei Apfelstrudel, Palatschinken und Lasko-Bier gut gehen. Am Abend freute sich v. a. Luis über die auf der Speisekarte angebotenen Kutteln :-)

Wegen der unsicheren Wetterlage gings am nächsten Tag bereits um 5 h los. Wir haben noch kurz an einem Monument für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Bergsteiger Halt gemacht, welches die Form eines großen Kletterhakens mit Karabiner hat. In ca. 2 Stunden gelangten wir am Fuße der Triglavnordwand, zuerst auf einfachem Wanderweg, später auf steilem Schottergelände bis zum Luknjapass. Unterwegs genossen wir den Sonnenaufgang und hatten vor dem Pass noch das Glück, einen jungen Steinbock zu beobachten.

Nach einer kurzen Verpflegungspause sind wir links am Westgrat in den ausreichend gesicherten Klettersteig (C/D, 750 Hm, ca. 4 Stunden) eingestiegen. Unterwegs erlaubte er uns immer wieder beeindruckende Einblicke in die gesamte Nordwand. Im Anschluß an die Durchquerung der Südwestflanke sowie einer weiteren Pause erreichten wir deutlich höher wieder den Westgrat. An ihm führte der Steig einmal nördlich, dann wieder südlich empor bis er in die Hochfläche vor dem Gipfelaufbau mündete. In weiteren ca. 1 ½ Stunden gelangten wir unproblematisch über ein Schneefeld und schroffen, nackten Kalkfels zum südseitigen Einstieg in die Gipfelflanke.

Über Bänder ging es dann zum Teil schottrig und schrofig zum Aljazev Stolp (Biwakturm), dem Gipfelsymbol des Triglav. Unsere Mühen wurden mit einem Blick bis zum Meer, bei guter Fernsicht entlohnt. Die am Gipfel angebotenen gekühlten Getränke konnten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen :-)
Auf unserer Zustiegsroute Bambergweg trafen wir nur auf wenige Bergsteiger. Der Gipfel war allerdings wie erwartet äußerst gut besucht.

Über den Ostgrat stiegen wir anschließend bis zur Hütte Triglavski Dom (2.515 m) ab und gelangten am nächsten Tag in gut 3 Stunden über den Tominsekweg (ausgesetzt, stellenweise gesichert) wieder zum Aljazev Dom.

Der für den Nachmittag vorhergesagte Regen blieb aus, so nutzten wir den Rest des Tages für einen "Erfrischungsstop" am Fluss Triglavska Bistrica, einen Abstecher zum Pericnik Wasserfall sowie ein Bad im Bleder See.

Nach einer Übernachtung auf der Mangardhütte (1.906 m), welche mit dem Auto erreichbar ist, bestiegen wir an unserem Puffertag noch den Mangard (2.677 m). Der Weg zum Gipfel führte uns über den sogenannten slowenischen Klettersteig, nachdem wir zuvor als "Zusatzschleife" den "italienischen Via Ferrata" absolvierten. Diese Tour bescherte uns nochmal eindrückliche Ausblicke.

Danke Luis, dass Du uns die erlebnisreichen Touren ermöglicht hast und danke Klaus, für Dein Auto! Slowenien ist eine Reise wert.

Angelika


                 
             

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