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2017-02-12 Skitour um die Üntschenspitze

verfasst von franz_f, martina_s am 15.11.2016

P2800016 Skitour mit Luis auf die Landschaftsspitze

Eine Skitour zur Landschaftsspitze im Lechtal war die langfristige Planung. Die wurde jedoch ohne Absprache mit Petrus, Frau Holle oder wer sonst für die skitouristische Grundlage zuständig ist, gemacht. Denn die meisten Skitouren in diesem Gebiet erfordern eine überdurchschnittliche Schneelage und sichere Verhältnisse um die steilen Talflanken zu überwinden und Abfahrtsspaß zu ermöglichen. Also wurde der Plan von Luis flexibel angepasst: genauso früh starten, nicht ganz so weit fahren - bis Baad im Kleinwalsertal. Die Umrundung des Üntschenspitzkammes fand vor knapp einem Jahr schon mal statt, quasi im Blindflug. Heute soll sie bei ordentlichen Sichtverhältnissen wiederholt werden. Bei bestem Wetter und frischen Temperaturen schlurfen wir zu siebt hinter Luis her ins Derrenbachtal. An der Verzweigung nehmen wir diesmal den Aufstieg über die Spitalalpe zum Derrajoch. Die Spur ist im Schatten verharscht und erfordert volle Konzentration und ordentliche Felltechnik um kräftezehrende Ausrutscher zu vermeiden. Je näher wir dem Gipfel der Güntlespitze kommen umso größer wird die Zahl der Tourengeher, aus jedem Tal streben sie herauf. Wir erhaschen ein Brotzeitplätzchen abseits des Trubels am schmalen Gipfelgrat und genießen die Sonne und die Aussicht.
Doch bald lockt die Abfahrt. Welchen Schnee wird sie uns bieten? Die steile Flanke der Üntschenspitze wird von unzähligen Spuren geziert und auch unsere Abfahrt wurde in den letzten Tagen häufig befahren. Der Beginn ist Piste, doch dann wird der Hang breiter und lässt Platz für eigene Spuren. Die vielen, teils vom Pulver versteckten alten Spuren verlangen jedoch Aufmerksamkeit. Vom Schrecksbach bis zur Rodelbahn an der Pisialpe gibt es als kleine Fleißaufgabe ein paar Meter Zwischenaufstieg zu Fuß. Dann sausen wir hinab nach Schoppernau. Der nächste Bus fährt erst um kurz vor zwei, sodass ausgiebig Zeit zur Einkehr bleibt.
Der Bus zum Hochtannbergpass ist gut gefüllt. Ski- und Freeridetouren mit Busunterstützung freuen sich zunehmender Beliebtheit. An der Passhöhe dürfen noch einmal die Pelze auf die Ski, in der Sonne geht es hinauf zum Ostgrat der Höferspitze und hoch oben auf dem schmalen Grat am Hochalppass vorbei. So bleibt uns ein unberührter steiler Pulverhang, den wir einzeln genießen. Bis zur Bärgunthütte gibt es noch abenteuerliche Passagen über Felsabsätze und zwischen Bäumen. Da war im Jahr zuvor deutlich mehr Schnee, dafür bleibt es ein Rätsel, wie Luis die Abfahrt im dichten Nebel gefunden hat... Die Wirtin der Bärgunthütte hat ausreichend Flüssigkeit für durstige Kehlen und immer einen lässigen Spruch auf Lager. Die "Rodelbahn" von der Hütte hinab ist halbseitig gesplittet (?!?) lässt aber mit entsprechender Vorsicht eine Abfahrt ohne Materialschäden zu.
Um 17.30 ist der Parkplatz erreicht - ein ausgefüllter Tag.
Statt einer Skitour zur Landschaftsspitze eine Skitour mit spitze Landschaft...
Danke Luis - schee war's wieder!


                 


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